Deine Stimme und deine Art zu sprechen beeinflussen deine Wirkung (siehe vorheriger Artikel). Was beim anderen ankommt, ist aber nicht nur der Klang unserer Stimme, sondern auch unsere Worte und Formulierungen. Unkompliziert mehr Respekt – ohne dich zu verstellen, ohne zu manipulieren.

Mehr Respekt durch deine Art zu sprechenDu willst etwas verkaufen, das die Welt oder zumindest das Leben anderer besser, leichter, schöner macht? Wenn du diesen Blog liest, vermutlich ja! Leider kommt es nicht nur darauf an, wie nachhaltig und menschenfreundlich deine Produkte sind oder wie hilfreich deine Dienstleistungen, wenn du bei anderen durch ungeschicktes Sprechen aneckst. Oder wenn sie dich nicht so ernst nehmen, wie du es durch eine Arbeit verdienst hättest.

Es ist gut, wenn du dich bei anderen auf ihre Aussagen und nicht auf die nervigen Formulierungen und unangenehme Stimme konzentrierst. Klappt das immer? Nein! Und was andere zum nicht-Kaufen bringt, kannst du nicht vorgeben. Also: sei die beste Version von dir selbst und sprich so, wie es zu deiner Arbeit passt.

Wie im vorherigen Artikel geschrieben, fängt alles mit unserer Einstellung an. Wenn deine Grundhaltung (meistens) entspannt und freundlich ist -also tatsächlich ist, und nicht nur aufgesetzt- wird es einfacher sein, deinem Gegenüber durch deine Worte und Formulierungen ein gutes Gefühl zu geben. Fair produzierte Dinge zu verkaufen und schroff sein passen nicht gut zusammen! Da sind wir uns einig. Aber auch was nicht unfreundlich gemeint ist, kann bei anderen so ankommen.

Die Zeiten, in denen in Ratgebern eine perfekte Formulierung vorgegeben wurde, sind vorbei. Zum Glück. Wir sind schließlich unterschiedliche Menschen, die mit verschiedenen Menschen zusammen arbeiten. Manches ist trotzdem allgemein gültig. Und zwar meiner Meinung nach dann, wenn Worte den Gegenüber als ignorant, dumm und störend darstellen oder zu kumpelig und maßregelnd sind. Oder wenn du dich und deine Arbeit klein machst. Was wollen alle Menschen? Respektiert werden. Und du auch!

TAKTVOLL SEIN

Als ich vor einiger Zeit die Bestätigung bekam, dass ich ein Zertifikat abholen kann, und telefonisch etwas nachfragen wollte, sagte mir die Mitarbeiterin ernsthaft (in einem bestimmenden Ton): „Sie müssen lesen, was im Brief steht!“
Weißt du, was ich getan hätte, wenn ich nicht ein Zertifikat abholen, sondern etwas kaufen wollte? Genau, nicht kaufen!
Wenn man als Kunde über einen Umweg als dumm bezeichnet wird, wird man nicht auch noch Geld liegen lassen.
Es sollte klar sein, andere nicht bloß zu stellen, aber wenn man jemandem etwas verkaufen oder von etwas überzeugen will, ist Taktlosigkeit zusätzlich nicht sehr clever. Keiner lässt sich gerne abwerten. Ist selbstverständlich, aber passiert oft.

Ein paar Beispiele aus dem Alltag:

„Das habe ich ja gerade gesagt!“
Selbst wenn du etwas schon gesagt hast, ein versteckter Vorwurf kommt nicht gut an. Sag es einfach nochmal und gut ist.

„Sie haben mich überhaupt nicht verstanden.“
Kunde denkt: „Dann drück dich besser aus!“ Natürlich sollst du richtig stellen, wenn du falsch verstanden wurdest. Aber würdest du als Kunde oben genannten Satz hören oder einfach ein „Was ich damit sagen wollte, ist…“?

„Was wollen Sie?“
Als Begrüßung im Laden oder am Telefon etwas schräg, oder? Hört sich nach „Bitte nicht stören!“ an.

„Da sind Sie bei mir ganz falsch!“ Ok, verstanden…

Wie schon gesagt: ist deine Grundeinstellung freundlich, sollte es auch kein Problem sein, einigermaßen taktvoll zu sein, das ist nicht schwer. Egal wie dein Charakter ist, oder welche Branche, ob du direkt oder diplomatisch bist – andere so zu behandeln, wie man es selber gerne hätte, ist machbar.
Findest du das übertrieben und möchtest nicht ständig Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer nehmen? Schade, aber wie man täglich beobachten kann, ist das auch eine Möglichkeit! Allerdings -auch wenn das nicht das einzige Argument sein sollte- lässt sich keiner diktieren, wann er/ sie kehrtmacht und sich nach einem anderen Angebot umschaut. Und zwar auch dann, wenn es teurer oder nicht gleich gut ist. Respektiert wird man nicht nur, wenn man „so ist wie man ist“, sondern wenn man beim #ichselbstsein auch andere respektiert. Das sehen nicht alle so, aber wenn du taktvoll bist, hast du einen Vorsprung ihnen gegenüber.

LIEBER NICHT: ÜBERTRIEBEN KUMPELIG ODER „LUSTIG“

Vor einiger Zeit hat mich ein Mitarbeiter eines Callcenters angerufen. Seine Lieblingsantwort auf meine Fragen war offenbar ein schwungvolles „Keine Bange!“ Ich hatte natürlich nicht „Bange“, sondern wollte einfach einige Dinge wissen. Nun kann man sicher locker darüber hinwegsehen, aber an schlechten Tagen kommen Sprüche wie „Kommt herein, wir beißen nicht!“, „Nur die Ruhe!“ und ähnliches nicht gut an. Zwischen formvollendeter Höflichkeit und Kunden nerven ist genug Platz. Ob berechtigt oder nicht, meistens werden Menschen ernst genommen, die nicht zu locker sind und anderen dadurch auf die Nerven gehen.

MACH DICH NICHT DURCH WORTE KLEIN

Du stehst mit Sicherheit hinter deinem Business (hoffentlich!) und dem, was du verkaufst. Also zeig das auch durch deine Worte!
Keiner braucht sich aus Gewohnheit ständig und unnötig zu entschuldigen. Und du brauchst Kunden nicht vorauseilend auf das hinweisen, was du (noch) nicht gut kannst. Wenn du abwertend von dir und deiner Arbeit sprichst, werden manche Menschen auf den Zug aufspringen und dir zustimmen. Sehr ärgerlich…
Du bist nicht unehrlich oder arrogant, wenn du dich lieber auf deine Stärken konzentrierst und nicht auf alles, worin du nicht gut bist. Schließlich willst du dich den Kunden nicht ausreden. Ehrlichkeit lässt dich in der Achtung anderer steigen, dich mit Worten selber schlecht machen führt zum Gegenteil. Sprich nie abwertend über dich und deine Arbeit!

Du kannst durch deine Stimme, deine Art zu sprechen und durch deine Worte beeinflussen, wie du auf andere wirkst. Respektiert werden macht das Leben einfacher: wir ärgern uns weniger, andere werden eher auf uns aufmerksam und erteilen Aufträge. Wenn du diese Dinge beachtest, hast du schon eine Menge dafür getan!

Was ist deiner Erfahrung nach noch wichtig?